Dienstag, 10. April 2012

Ein ganz normaler Tag in Island...

Da ich gerade in Reykjavik bin und mir langweilig war, dachte ich, ich dokumentiere mal einen "ganz" normalen Tag im Leben eines Isländers. Um natürlich eine möglichst genaue und originalgetreue Wiedergabe zu ermöglichen, habe ich mich einen Tag lang auf ein Experiment eingelassen. Ich habe mein "normales" Backpackerleben hinter mir gelassen und bin einen Tag lang Seite an Seite mit einem Isländer - Vìk - durch dessen Tag gegangen. Vìk ist Walfänger und kämpft täglich mit der gewaltigen Macht der Natur, bzw. mit dem Erlegen von Walen in der Floxafloì, der großen Bucht vor Reykjavìk. Wir sind morgens los mit dem Walfangboot und haben Jagd auf Minkwale gemacht. Tolles Erlebnis. Zur Feier des Tages durfte ich auch mal an die Kanone stehen und just in diesem Moment taucht vor uns natürlich ein RIESIGER Pottwal auf - normal gar nicht in diesen Gewässern zu finden - aber was es nun mal alles gibt... Wir haben lange gekämpft, aber wir haben das Vieh erlegt!!! Auf dem Weg zurück nach Reykjavìk sind wir am Lonid-Kap vorbei, hier gibt es einige wenige Eisbären, die Islandeisbären. Sie sind noch größer und gewaltiger, als die stinknormalen Eisbären. Sie haben messerscharfe Riesenhauer, mit denen sie einfach alles aufspießen können. Eines der Mistviecher war gerade dabei, eine kleine Robbe anzugreifen. Da Robben in Island unter höchstem Naturschutz stehen, ist Vìk mit mir sofort mit dem Beiboot zum Land übergesetzt. Dort haben wir uns tapfer zwischen das süße Robbenbaby und den ekelhaften Eisbären gestellt. Blutverschmiert von seinem letzten Fang ging der Bär auf uns los. Zu zweit haben wir mit unseren Eisbärschwertern - die immer im Beiboot liegen müssen - gegen die Bestie gekämpft. Der Kampf war kurz, sehr kurz. Es stellte sich heraus, dass Islandeisbären die feigsten aller Eisbären sind. Als Vìk den Eisbären mit seinem Schwert leicht an der Nasenspitze kitzelte, haute der Bär ab und ward nicht mehr gesehen. Zum Glück für uns - und natürlich das Robbenkind. Es war schon spät und die Nacht zog so langsam auf. Höchste Zeit zurück nach Reykjavìk zu schippern - im Schlepptau immer noch der Pottwal.
Als wir Im Hafen waren, wurde zuerstmal der Wal auseinander genommen. Vìk hat den Grill angeworfen und zum Abschluss gab es im Hafen Walschnitzel mit Islandschnaps - selbstgebraut natürlich. Schnaps und Alkohol ist hier nämlich nicht bezahlbar. Was für ein Tag. Als wir die Schnitzel genüsslich verspeisten, kamen über uns die Nordlichter zum Vorschein - Aurora Borialis. Wer hätte das gedacht, dass mir diese Ehre auch noch zu Teil wird. Nachdem wir noch mit den anderen Fischern am Hafen die Walleber verteilt hatten, gingen wir alle unserer Wege. Dieser Tag war einfach toll. Unten habe ich Bilder dazu. Da ich meinen Foto im Hostel vergessen hatte, habe ich ein paar der besten Highlights des Tages gezeichnet. Ich habe bewusst wenige Farben benutzt, um die Dramatik in den Bildern hervorzuheben!!!


Bei der Waljagd, ich habe die Bezeichnungen zur Vereinfachung hinzugefügt!!!!

Bekämpfung von Islandeisbären - Ich mit dem Eisbärenschwert. (Nicht auf dem Bild: Vìk)
Aurora Borealis. Ich habe versucht so genau wie möglich zu zeichnen. So in etwa sah es aus...




Ein ganz normaler Tag auf Island.... 






(Aufgrund vermehrter Nachfragen: Nein ich bin weder verrückt, noch am Durchdrehen, mir war heute nur langweilig und weil ich nix besseres zu tun hatte, hab ich mich bei dem tollen Wetter auf unser Sonnendeck hier im Hostel gesetzt und hab angefangen zu malen, daraus entstand dann eben diese TOLLE Sache!!! Diese Geschichte hat natürlich auch einen sozialkritischen Hintergrund und soll die Waljagd hier in Island thematisieren, möglicherweise auch etwas ironisch. Dieses Meisterstück kann aber auch sehr gut als "Gute-Nacht-Geschichte" für die lieben Kleinen dienen, wenn man auf Seemannsgarn steht...   P.S.: Ich find die Geschichte toll!)

Sonntag, 8. April 2012

Reykjanes-Halbinsel

und auf ein mal schönes Wetter. Erstmal allen noch ein schönes Osterfest!
Jetzt zum heutigen Tag der im Zeichen der Vulkane stand. Auf der Halbinsel ist eigentlich alles voll mit Vulkanen, Lava und geothermischen Quellen. Dementsprechend ist die Landschaft und natürlich stinkt es an manchen Stellen gewaltig nach verfaulten Eiern...
Hier auf Island treffen ja die amerikanische und die eurasische Kontinentalplatte (wer hat in der Schule aufgepasst???) zusammen - bzw. sie entfernen sich hier von einander. Diese "Grenze" zieht sich durch den ganzen Atlantik und hier eben nicht unter, sondern über dem Wasser. Man kann an manchen Stellen also mit einem Bein in Amerika und mit dem Anderen in Europa stehen oder eben einfach mal kurz von Europa nach Amerika laufen...
Am Ende meiner äußerst aufschlussreichen Tagesreise ging es dann in die "Blaa Lonith", die Blaue Lagune. Hier ist ein Thermalbad entstanden, das von der Erdwärme betrieben wird. Das Wasser ist milchig-blau und mach angeblich die Haut schön... mal schauen, ob ihr daheim was bemerkt von meiner jetzt PERFEKTEN Haut - vermutlich aber eher nicht :)
Ja, mit 30€ Eintritt war man dabei, aber da muss man durch. Ich habe mir sagen lassen: Island ohne Blue Lagoon ist wie Frankreich ohne Eifelturm...
Es war witzig die Leute reden zu hören, wie sie sich im Bad über den Preis aufgeregt haben (natürlich Deutsche!!): Des is ja für die, wie dr einser im Loddo...    Ich habe mich mit meiner Nationalität natürlich bedeckt gehalten und habe verdeckt ermittelt! Jaja, die Deutschen halt ;)


So, jetzt aber genug gebabbelt, hier noch ein paar Bilder von heute:


Brücke zwischen den Kontinenten, links Europa, rechts Amerika
Vulkangebiet - überall Lavafelder mit aufgerissenem Boden
Hier hat der Boden gekocht... im Hintergrund ein Kraftwerk, das den blauen See produziert
Auf einem anderen Vulkan, links ein See, der eigentlich grün ist. Im Hintergrund Meer...
The Blue Lagoon

Samstag, 7. April 2012

West-Island

Heute habe ich einen "kleinen" Ausflug nach West-Island gemacht um mir die tolle Landschaft anzusehen. Leider war das Wetter besch...eiden, sodass man außer tiefhängenden Wolken eigentlich so ziemlich GAR NIX gesehen hat, wie gleich auf den Bildern zu sehen sein wird.
Es gab zweimal für jeweils 20 Minuten "schönes" Wetter, dabei sind die anderen Bilder entstanden.
Der circa 8-stündige Ausflug startete in Reykjavik und führte über Borgarnes an der Küste der Halbinsel und dem Snaefellsjökull nach Olafsvik, vorbei an Vulkanlandschaft und wieder zurück nach Reykjavik (500km).
Man konnte überall in der Landschaft die Täler sehen, die vor einiger Zeit von den Gletschern der Eiszeit eingekerbt wurden. Die gab es soweit das Auge reichte - und das war ja - wie gesagt - wegen dem Wetter nicht allzuweit ;)


Hätte man mich übrigens zu Hause gefragt, ob ich bei Regen 500km einfach mal so mit dem Auto in der Gegen rumgurke, hätte ich wahrscheinlich NEIN gesagt, aber hier ist das ja anders... 


Hier die Bilder:


Die Schönheit der Landschaft lässt sich erahnen - oder auch nicht...

Das war die böse Wolke, die mich den ganzen Tag verfolgt hat 

Olafsvik von Weitem, dahinter die "Grundmauer" vom Snaefell

Bei Grundarfjörthur

Lavafeld und dahinter der Schlawiner, der das alles angerichtet hat... über die meiste Sache ist schon Moos gewachsen